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Agincourt
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Angels Of Mons (8 von 10)![]()
Zwanzig Jahre nach der Gründung erschien erst im März 2011
das Debutalbum „Angels Of Mons“ von Agincourt, einer Heavy Metal Band aus
Midlands, England. Anfangs orientierte man sich an der NWOBHM, musste aber im
Zuge der GrungeWelle Mitte der Neunziger für elf Jahre die Segel streichen.
Hinzu kamen einige Besetzungswechsel in jüngerer Zeit. Dies erklärt, warum das
erste Album erst jetzt veröffentlicht wurde. Der Bandname bezieht sich auf eine
blutige Schlacht von 1415 zwischen Frankreich und England. Das Cover der CD
zeigt eine Kampfszene. Im letzten Song des Albums, einem sehr epischen Song,
wird die Schlacht besungen. Ansonsten spielen Agincourt einen gepflegten
klassischen Midtempo Heavy Metal, wie ihn in letzter Zeit u.a. High Spirits
vorgetragen haben. Wo genau der Reiz in dieser Art des Musizierens liegt, vermag
ich nur schwerlich zu sagen. Vielleicht liegt es am Gesang, vielleicht an der
natürlichen Produktion, sicherlich aber an den Songs mit interessanten
Akkordfolgen und Solos, die nett aber keinesfalls altbacken klingen. Und mit dem
Motto „The King is dead, Long live Rock’n’Roll“ bringen es die vier Musik auf
ihrem Booklet auf den Punkt.
Black Stone Cherry
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Between The Devil & The Deep Blue Sea (7 von 10)![]()
Erst nach dem Genuss eines Livekonzerts im Rahmen der
Rockpalast Konzerte bin ich auf diese gottesfürchtige Band aus Kentucky
gestoßen. Die Melodie von „Blind Man“ aus dem zweiten Album ging mir nach
einmaligem Hören nicht mehr aus dem Sinn. Genau solche Ohrwürmer befinden sich
auch auf Album Numero drei, das Mitte 2011 erschienen ist. Größter Einfluss der
Musiker, die inzwischen schon zehn Jahre Bandgeschichte auf dem Buckel haben,
ist natürlich Lynyrd Skynyrd. Hintergrund der Songs ist die Folklore der
Südstaaten. Dazu kommen Einflüsse aus Rhythm And Blues, Country, Bluegrass und
hin und wieder sogar Elemente aus Jazz und Reggae. Deshalb lässt sich die Band
schwer einem Genre zuordnen. Teilweise sind die Gitarren so aggressiv, dass eine
Zuordnung zum Hardrock gerechtfertigt wäre. In einer Mischung aus Black Crows,
Led Zeppelin oder Gun’s And Roses kokettieren sie mit den religiösen
Einstellungen des Bible Belt. Und live überzeugten weitere Titel wie „White
Trash Millionaire“ oder „Blame It On The Boom Boom“ mit zweideutigen
Wortspielen. Beide Songs haben Hitpotenzial. Letzt genannter Song würde
vielleicht auch gut in das Repertoire von Alice Cooper passen. Trotz dieser
vielen musikalischen Facetten folgt das Album einem roten Faden in Classic Rock.
Cage
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Supremacy Of Steel (6,5 von 10)![]()
Nextes Jahr besteht die Band Cage aus San Diego bereits 20
Jahre. In dieser Zeit wurden sechs Alben eingespielt. Von diesen liegt
„Supremacy Of Steel“, gerade veröffentlicht, im CD-Player. Auf dem Cover stehen
Cage auf einer großen Bühne vor riesigen Monstern, Kämpfern und dem Tod
persönlich. Der Schlagzeuger thront auf einem übergroßen Totenschädel. Im Innern
des Booklets sind die Songs mit Comics illustriert. Die Arbeiten sind übrigens
von dem Zeichner Marc Sasso (u.a. Dio-Cover). Die Musik geht wie immer in
Richtung Powermetal und Thrash, wobei der Heftigkeitsfaktor noch um Einiges
zugelegt hat. Neben Blastbeats drücken einen die GitarrenAkkorde an die Wand.
Über allem liegt der extrem hohe Gesang von Sean Peck, der seinem Idol Rob
Halford nacheifert. Judas Priest ist sicherlich eine der Bands, an denen sich
Cage orientieren. Dazu kommen US-Powermetal Bands wie Helstar oder aber auch
Anleihen bei King Diamond. „Anneliese Michel“ beginnt zum Beispiel mit
Orgelspiel und erinnert auch im heftigen Teil durch die hohe Stimme und die
Spielweise an Mercyful Fate/King Diamond. Für diejenigen, die die Birne nicht
genug schütteln können, bieten Abgeher wie „Doctor Doom“ oder das episch
angehauchte „Hell Destroyer Vs. Metal Devil“ genau den richtigen Stoff. Auf der
Bandhomepage kann man sich zu letzterem Song das Video anschauen.
From The Depth
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Back To Life (7 von 10)
Aus Italien kommen From The Depth mit ihrem zweiten Album
„Back To Life“. Die junge Band aus Parma spielt melodischen symphonischen
Powermetal mit großen Speedanteilen. Als Referenz kommt einem sofort Skylark in
den Sinn. Besonders, wenn man genau auf die Keyboards Sounds achtet.
Glücklicherweise nutzt Keyboarder Davide Castro diese nur dezent. Dennoch füllen
viele Keyboardparts die schnellen Gitarrenriffs und verstärken dadurch den
Gesamteindruck. Ebenso passt die angenehme Stimme von Raffaele Albanese
soundmäßig besser zu den melodiösen Songs, als bei der zum Vergleich erwähnten
Band. Mit „The Cruel Kindness“ haben die fünf Musiker eine Quotenballade
eingebaut. Danach fliegen aber wieder die Stöcke und die Doublebass malträtiert
die Felle zum eingängigsten Headbanger „You Just Have To Fly“. Daumen hoch für
Highspeed Melodic Metal.
Holy Force
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Holy Force (7,5 von 10)![]()
Der mir völlig unbekannte Gitarrist Ango Chen aus Taiwan hat
sich mit Sänger Mark Boals (Iron Mask, Ex-Yngwie Malmsteen und Ex-Royal Hunt),
Mike LePond, Bassist in Diensten von Symphony X und Schlagzeuger Rhino
(Ex-Manowar, Ex-Holy Hell) renommierte Musiker ins Boot geholt, um seine Songs
auf dem Debütalbum umzusetzen. Das Album hat er selbst produziert und die
Keyboardparts wurden ebenso von ihm eingespielt. Die Musik geht in Richtung der
oben genannten Bands, wobei melodischer Speedmetal im Fokus steht. Gleich der
Titel- und Bandsong „Holy Force“ fegt als melodischer Speedmetal durch die
Boxen. Und auch „A Country Good Or Bad“ schlägt in die gleiche Kerbe. Neben den
schnellen Riffs sind es die ultraschnellen Keyboardläufe und die gefühlvollen
GitarrenSolos, die die Stücke aufpeppen. Andere Refrenzbands sind die üblichen
Verdächtigen wie Stratovarius, als Timo Tolkki noch dudelte, Sonata Arctica und
alles was sonst so in Skandinavien schneller spielt als die Polizei erlaubt. In
mehreren Liedern wird im Gesang mit dem beliebten „Frage/Antwort“-Spiel
gearbeitet, was den Songs eine weitere Facette zur Vielseitigkeit beisteuert.
Gute Songs also für ein gelungenes Debüt.
Iron Mask
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Black As Death (8 von 10)
Gitarrist Dushan Petrossi, dessen
musikalische Vorbilder Yngwie Malmsteen und die älteren Symphony X aus dem
Metal- und Bach und Händel aus dem Klassikbereich sind, lebt seine musikalischen
Vorlieben in den Bands Magic Kingdom und Iron Mask aus. Der Belgier konnte sich
mit Sänger Mark Boals einen ehemaligen Malmsteen-Mitstreiter ins Boot holen, der
vor kurzem bei Royal Hunt die Segel gestrichen hatte. Er bezeichnet seine
musikalischen Ergüsse selbst als neoclassischen Metal und will damit die Fans
von Rainbow, Dio, Firewind oder natürlich Yngwie Malmsteen erreichen. Dazu hat
er für das vierte Album „Black As Death“ 12 Stücke und ein Intro komponiert.
Besonders das groovende „Genghis Khan“ erinnert an die genialen Stücke von Dio.
Der Abgeher „Feel The Fire“ würde dagegen auch zu einem der ersten Symphony X
Alben passen. Zwischendurch generiert der Schlagzeuger Blastbeats nur um danach
in ganz normalem Uptempo im Song fortzufahren. Diese Gegensätze steigern die
musikalische Vielfalt und Abwechslung, ohne den roten Faden zu verlassen. Mit
„Rebel Kid“ setzt der umtriebige Gitarrist noch JingJang ein musikalisches
Denkmal. Im Gegensatz zum Meister des Shredderns verlegt sich Dushan Petrossi
auf songdienliche Solos und nicht auf elendlanges Gedudel.
Morifade
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Empire Of Souls (7,5 von 10)![]()
Den Informationen aus dem Internet zufolge sind Morifade eine
semiprofessionelle Band, die schon fast zwanzig Jahre mit wechselnder Besetzung
Heavy Metal Musik mit progressiven Elementen spielt. Darauf lassen die
unregelmäßigen Auftritte und die Dauer von sieben Jahren vom dritten zum vierten
Album schließen. Dabei bietet das neue Album „Empire Of Souls“
überdurchschnittliche Stücke, mit mehrstimmigen Chören und groovenden Parts wie
in „Come In Blood“, das an Tad Morose oder eine nicht ganz so aggressive Art von
Morgana Lefay erinnert. In „Road To Deception“ zeigen die Schweden, dass sie
ebenso gut gradlinig in höchstem Tempo spielen können. Zum Gesangspart wird die
Geschwindigkeit zurückgenommen, zu den Instrumentalteilen mit Keyboardsolos und
im Refrain wird der Zuhörer wieder mit Vollgas bedient. Noch besser geht
Highspeed in „Impact Of Vanity“ ab, wo das Level durchweg gleich schnell bleibt.
Wenn man bedenkt, dass die Band sicherlich nicht in einem großen
Produktionsbudget schwimmt, kann man dennoch ein gelungenes Werk attestieren.
Nightwish
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Imaginaerum (7 von 10)
Nach einem kurzen Intro in finnischer Sprache folgen mit
„Storytime“ und „Ghost River“ zwei typische Nightwish Nummern, die
hitparadentauglich rüberkommen. Danach setzen Nightwish auf ruhige jazzig
angehauchte 1930er Jahre Filmmusik, bevor mit „I Want My Tears Back“ wieder ein
typischer Nightwish Song aus den Boxen dröhnt. Hier wird wieder der Gegensatz
von harten männlichen zu zarten weiblichen Vocals in den Vordergrund gerückt.
Danach geht es in die opulente Welt der Zirkus- und Variete-Musik mit
MusicalCharacter. Dies führt zum Einsatz verschiedenster Instrumente und
Stimmungen, die mal straight forward dann aber sehr ruhig und gediegen
daherkommen. Covergestaltung und die Verkleidung der Musiker lässt darauf
schließen, dass die Band mit dem siebten Album „Imaginaerum“ in die Zirkuswelt
abtauchen wollte. Dies führt dazu, dass das Album nicht wie aus einem Guss
erscheint, sondern zwischendurch Längen aufweist. Besonders deutlich wird dies
in dem 12 Minutensong „Song Of Myself“, der über die Hälfte der Zeit ein guter
rockiger Song ist, dann durch Sprechgesang und Phasen der Minimalausgestaltung
langweilig wird. Im abschließenden Titelsong „Imaginaerum“ werden alle Melodien
nochmals zusammengefasst, was sicherlich eine gute Idee ist, aber insgesamt doch
überflüssig, weil es keinen durchgehenden Song repräsentiert. Als Fazit bleibt
das Album zwiespältig. Zum einen sind einige gute Nightwishfetzer auf dem Album,
zum anderen gibt es jede Menge Durchhänger, die den positiven Eindruck
schmälern. Nichts gegen die eine oder andere Ballade, aber hier wurden zu viele
ruhige Momente eingebaut. Und darin geht ein symphonisches Heavy Metal
UptempoHighlight wie „Last Ride Of The Day“ fast unter.
Royal Hunt
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Show Me How To Live (7 von 10)
Mit DC Cooper ist für Mark Boals der Sänger zurückgekehrt,
mit dem die Band Mitte der neunziger Jahre die größten Erfolge feierte. Die
Heimat von Royal Hunt ist Kopenhagen. Hier hat Keyboarder und Gründer Andre
Anderson Musiker aus Schweden, USA und Russland um sich geschart, um melodischen
Heavy Metal zu spielen, wie ihn auch ihre Landsleute von Pretty Maids zum Besten
geben. Meist in leichtem Uptempo oder auch etwas schneller, aber immer mit
vielen Melodien und Chören sind die Kompositionen vor allem auf den Ideen des
Mannes an den schwarzen und weißen Tasten aufgebaut und wurde auch von ihm
produziert. Diese Kompositionen verarbeiten Einflüsse aus der Klassik und
Hardrock, die besonders in Japan zu einem hohen Bekanntheitsgrad und großer
Anerkennung geführt haben. Kernstück des Albums ist das fast zehn Minuten lange
Titelstück, das sehr symphonisch mit mehreren ruhigen Passagen aufgebaut ist.
Zum Abschluss des recht kurzen Albums gibt es noch den Fetzer „Angel’s Gone“ mit
eingängigen Melodien und ohrwurmartigen Refrain.
Rush
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Time Machine (8 von 10)![]()
Im wahrsten Sinne des Wortes haben sich die Kanadier in eine
Zeitmaschine gesetzt und im April in Cleveland fast vierzig Jahre ihrer Karriere
Revue passieren lassen. Den Auftritt von über zweieinhalb Stunden gibt es jetzt
auf DVD oder CD. Grundlage des Reviews ist das DoppelAlbum „Time Machine 2011“.
Seit 1974 spielt das Trio immer im selben LineUp. In der Mitte thront Neil Peart
hinter einem Arsenal von Trommeln und Becken. Geddy Lee, Sänger, Bassist und
Keyboarder beansprucht einen großen Teil der rechten Seite und links steht Alex
Lifeson nur mit seiner Gitarre vor einer mächtigen Verstärkerwand. Insgesamt
werden 27 Songs aus 20 Alben gespielt. Dabei sind mit „BU2B“ und „Caravan“ zwei
neue Stücke vom geplanten zwanzigsten Album, das wohl 2012 mit dem Titel
„Clockwork Angels“ auf den Markt kommen wird. Der Sound entspricht Studioniveau.
Wie viel hier nachträglich nachgebessert wurde, ist das Geheimnis der Band und
des Produzenten, auch wenn im Booklet steht, dass nur einige wenige Stellen
verbessert werden mussten. Die Mischung aus Hardrock Songs mit progressiven
Anteilen und härteren Gitarrenakkorden wird in der gesamten Bandbreite
dargestellt. Für diejenigen, die die Band zwar kennen, aber keine Alben
besitzen, einer hervorragender Querschnitt im Stile eines Greatest Hits Album.
Theocracy
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As The World Bleeds (8 von 10)
Die Amerikaner verbinden auf ihrem dritten Album ohrwurmartige PowermetalMelodien mit progressiven Versatzstücken, die von Bands wie Dream Theater, Kansas oder Rush stammen könnten. In „Drawn“ klingt der Refrain schon fast zu geschliffen und zuckersüß. Während Bandgründer Matt Smith auf dem ersten Album noch alle Instrumente selbst eingespielt hat, ist Theocracy inzwischen eine richtige Band mit fünf Musikern. Dennoch stammen die meisten Songideen von Matt Smith. Das Album startet mit dem elf MinutenStück „I Am“, das gleich alle Ecken und Kanten der Band offenbart. Hier gibt es doublebassgetriebenes Powerdrumming, fette Gitarrenakkorde und schnelle Gitarrensoli, immer wieder mit Breaks durchsetzt. Dazu werden in einem Teil folkorientierte Anleihen wie bei Skyclad eingebaut. Ein weiterer Höhepunkt des Albums ist das ultraschnelle gradlinige und melodiöse „Light Of The World“. Insgesamt zeigt die Band aus Georgia ein hohes Maß an spieltechnischer und kompositorischer Kompetenz.